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wir nach der Religion und Moral, diesmal im Ein⸗ klange, Schutz und Beiſtand ſchuldig ſind, mit einem ſo gehaͤſſigen Laſter zu verunſtalten.
So, mag es Egoismus oder Hoͤflichkeit ſein, wollen
wir nicht, daß es unter den alten Muͤttern oder jungen Maͤdchen Gluͤcksritter giebt. Warum ſollte ich ſtrenger ſein, als das Woͤrterbuch von Boiſte oder das Woͤrter⸗ buch der Akademie? Und uͤbrigens, bin ich jemals das Opfer eines Gluͤcksritters in der Cornette, dem Buſen⸗ tuch und S Spitzenkleide geweſen? Und Alles wohl er⸗ wogen, waͤre meine erſte Behauptung nicht eine Ver⸗ leumdung gegen ein Geſchlecht, das ſchon zu ſehr der Gewalt der Maͤnner unterworfen iſt?— Ihr armen Frauen, noch ein Feind zu bekaͤmpfen! noch eine ſchmaͤh⸗ liche Beſchuldigung zu entkraͤften!— Verzeihung, meine Damen! ich ſchrieb eben unter einem boͤſen Einfluß! ich klage mich an und bitte um Gnade, und bekenne mit Ihnen, daß derijenige ſich kein leichtes Vergehen vorzuwerfen hat, der bei Ihrer Schilderung in Ihrem einfoͤrmig bewegten, regelmaͤßigen Thraͤnenleben etwas Anderes ſieht, als eine Standhaftigkeit im Ungluͤck, die wir nicht zu wuͤrdigen wiſſen, einen Muth in Wider⸗ waͤrtigkeiten, den wir nicht begreifen koͤnnen. Laſſen Sie ſehen; bin ich begnadigt? Muß ich mich auf beide Knie werfen vor der ſchlagdrohenden Hand, vor dem vernichtenden Blicke? Hier bin ich. Sind Sie be⸗ friedigt?


