Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
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die meiner Schweſter malen, wie ſie auf ihren Knieen eingeſchlafen ſind. O, ich habe viel Gluͤck vor Augen! dachte ſie, indem ſie dieſelben von dem Todtenkopf ab⸗ wandte, und unaufhoͤrlich wieder darauf richtete. Ja, ja! Mein Leben wird dahin fließen, wie ein ſtilles Waſſer unter Baͤumen. Ich liebe das Waſſer, ich werde Landſchaften malen. Man ſagt, daß Nichts ſo die Schlafloſigkeit heilt, als ſich allein inmitten einer gruͤ⸗ nen Flur zu denken, welche durch viele Gerieſel klaren Waſſers benetzt wird. Man ſieht ihnen nach, man hoͤrt ſie im langen Graſe rauſchen, eine Kuͤhlung, eingebil⸗ det zuerſt, dann wirklich, weht uͤber die Stirn und er⸗ quickt das Herz. Ich habe das empfunden, ich habe dies harmloſe Opium genommen, wenn ich Kummer hatte. O, was habe ich fuͤr Kummer gehabt! Aber ich werde keinen mehr haben ich werde gluͤcklich ſein zu malen, und malen, um gluͤcklich zu ſein! Ein tiefer Seufzer unterbrach ſie, ihr Auge ſah auf das truͤbe Bild vor ihr, das ſie wieder anzuſtarren ſchien; da verſagte ihr der Pinſel den Dienſt; ſie verhuͤllte ihr Antlitz mit den Haͤnden, und brach in Thraͤnen aus.

Ich muß meiner Schweſter ſchreiben! rief ſie, und ſprang auf, als wollte ſie ihrem Phantom entfliehen. Doch ſetzte ſie ſich wieder zu ihm, aber ſie ſah es nicht mehr an, indem ſie ſchrieb:

Erinnerſt Du Dich, meine Schweſter, unter dem großen Dache unſers Hofes, erinnerſt Du Dich dort