Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
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ſchon den Preis ihrer Spekulation in den Memoiren erlangt haben..

Ich behaupte deshalb nicht, zu Gunſten meiner Erzaͤhlung, daß Napoleon ſo viel Kinder gehabt, als Schlachten gewonnen und Laͤnder erobert; im Gegentheil, ich bin uͤberſchwenglich der Meinung des Dichters Bour⸗ ſault, daß Leute von Geiſt, ſehr ſchaͤtzbare ſonſt, wenig Talent haben, Ihresgleichen zu ſchaffen. Ich nehme hier, zu Gunſten der Helden und geiſtreicher Leute nur das Benefiz der Moͤglichkeit in Auſpruch. Napoleon hat Kinder haben koͤnnen.

Wollte ich indirekt die Wahrſcheinlichkeit der That⸗ ſache, die ich berichte, feſtſtellen, ſo wuͤrde ich hinzu⸗ fuͤgen, daß zur Zeit der aͤgyptiſchen Expedition Napo⸗ leon in der ganzen Gluth ſeines Temperaments und Alters war bis zu jener Zeit muß ich zuruͤckgehen.

In den Mußeſtunden der tanſend Wunder, welche aus dieſem Feldzuge ein Gedicht, ein Feenmaͤhrchen gemacht, ließ Napoleon, der ſich damals nur Buona⸗ parte nannte, ſeine Laune auf die farbige Liebe der aͤgyptiſchen Frauen fallen. Schoͤn, demuͤthig, nackt auf Sand oder auf Divans gebettet, begeiſtert durch den Anblick eines Mannes, der ſeinen Schatten von Kairo bis Ober⸗Aegypten warf, wie eine Pyramide, iſt

es nicht zu verwundern, daß dieſe Frauen aus Enthu⸗ ſtasmus begehrt und aus Erkenntlichkeit erhalten, was gewoͤhnliche Menſchen ſonſt nur aus Liebe erlangen. 4 1*