329 fuͤrchten, ſo war der Handel in wenig Augenblicken ge⸗
macht und die Capote mit ſieben ſchoͤnen Fuͤnffranken⸗
ſtuͤcken bezahlt— ganz neuen, ich ſah ſie durch das Glas⸗ fenſter der Ladenthuͤr blitzen und konnte ſie zaͤhlen, als
ſie der Ungluͤckliche einer der Mode⸗Haͤndlerinnen klaͤg⸗
lich in die Hand legte.
Was ihn, glaube ich, etwas troͤſtete und ihm zum Entſchluſſe verhalf, war, daß er ſah, wie ſchwach die Hoff⸗ nung auf Erfolg geweſen waͤre, wenn er ſich unterfan⸗ gen haͤtte, laͤnger dem Willen ſeiner Frau zu wider⸗ ſtreben. Sie ſelbſt hatte einem gewaltig unwiderſteh⸗ lichen Drange nachgegeben; denn es war ihr nicht genug, die Capote gekauft zu haben, ſie mußte ſie auch auf ihrem Kopfe gleich mitnehmen, damit der Genuß fuͤr ſie im ſelben Augenblicke begoͤnne. Indem ſie alſo den glatten Strohhut, den ſie beim Kommen gehabt und der, obgleich einfach und beſcheiden, gewiß nicht ſo viel Verachtung verdiente, im Magazine zuruͤckließ, trat ſie mit dem neuen, ganz ſtrahlend und ſiegesſtolz heraus.
Und ſie hatte wirklich Urſache, ſtolz zu ſein, denn ſie
nahm ſich entzuͤckend ſchoͤn aus. Selbſt ihr Mann— es war augenſcheinlich, ſo groß auch ſeine Beſchwerden uͤber ſie ſein mochten— konnte
der Verfuͤhrung dieſes zauberiſchen Kopfputzes nicht
widerſtehen, denn waͤhrend er ſeinen Weg durch die Straße Vivienne nach dem Boͤrſenplatze verfolgte, mit ſeiner huͤbſchen Frau am Arm, ſah ich ihn ziemlich oft


