Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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Da ſah ich von der Seite des Palais⸗Royal ein Paar kommen, das ich ſogleich in der Menge der Vor⸗ uͤbergehenden unterſchied und das ſehr ſchnell meine ganze Aufmerkſamkeit anzog.

Es war augenſcheinlich ein Ehepaar und zwar eins, das ſeit ungefaͤhr zwoͤlf Monden verheirathet war, den mit einbegriffen, der ohne Zweifel fuͤr ſie voll Honig geweſen. Der Mann, dem Anſcheine nach eine ziemlich unliebenswuͤrdige, plumpe Figur, mußte ein Bureau⸗ menſch ſein. Nachdem er wahrſcheinlich den ganzen Tag uͤber Aktenſtoͤßen und Regiſtern gekruͤmmt zuge⸗ bracht, hatte er Eile, zum Boulevard zu gelangen, um friſche Luft zu ſchoͤpfen und ſich ein wenig zu erholen. Er trieb alſo nach beſten Kraͤften zum Vorwaͤrtsgehen; das war fuͤr ihn gleichwohl keine leichte Sache. Seine Frau, ein reizendes Geſchoͤpf, wohlgebaut und gutge⸗ kleidet, aber gewiß das unbeſonnenſte, neugierigſte von der Welt, machte ihm ſein Vorhaben wahrhaft muͤhſe⸗ lig und ſchwer; denn ihr Koͤpfchen drehte ſich unauf⸗ hoͤrlich rechts und links, wie eine Wetterfahne. Ge⸗ wahrte ſie einen Laden von Weißzeug oder Neuigkeiten, ſo mußte ſie unbedingt naͤher treten und ſtehen bleiben. Doch waren es vorzugsweiſe nur die Mode⸗ Magazine, vor denen ſie verweilte. Deren giebt es nun, wie Jeder⸗ mann weiß, in der Straße Vivienne unendlich viel, und jedes wurde zum Calvarienberge, wo der arme Mann ſchmerzlich ſein Kreuz trug.