Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

er geworden iſt. Man wuͤrde ihn vielleicht lieben, wenn er nur er ſelbſt waͤre, aber nun verfolgt man in ihm Alles, in was er ſich verwandelt hat. Seine Feinde ſind nicht die ſeinigen, ſie ſind die Feinde derer, deren Freund er iſt.

Erhebt, erhebt doch Eure Gedanken und Gefuͤhle. Ich habe mich uͤber Nichts zu beklagen, alſo hegt auch keinen Verdruß, keine Rache. Bezieht Alles nur auf Euer Vaterland. Die Zukunft iſt tief und undurch⸗ dringlich; ſie wird vielleicht Euch beguͤnſtigen, wie mich die Gegenwart betrog. Sollte Euch irgend eine Ge⸗ walt einmal zu Theil werden, ſo erinnert Euch nur deshalb meiner Leiden, damit Ihr nicht aͤhnliche auf Andere haͤuft. Es hieße mich verrathen, wenn Ihr Euch raͤchen wolltet. 4

Die Nache iſt oft eine Ungerechtigkeit, ofter noch ein Fehler. Wie viele andere Feinde zieht man ſich nicht zu, indem man ſich von dem einen befreit? Die Großmuth entwaffnet nie, das gebe ich zu, aber die Strenge reizt und empoͤrt, und dieſe Aufreizung iſt an⸗ ſteckend.

Nur weil man ſchwach iſt, raͤcht man ſich; nur weil man ein ſtarres Herz, einen beſchraͤnkten Geiſt be⸗ ſitzt, verzeiht man nicht. Die Voͤlker haben einen be⸗ wundernswuͤrdigen Inſtinkt, dieſe Schwaͤchen zu durch⸗ ſchauen. Die verabſcheuenswerthe Stimme, welche aus⸗ ſprach, daß nur die Todten nicht wiederkehren, hat bloß