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Was hilft es, daß das Ungluͤck dem Verbrechen folgt? Das iſt ſein gewoͤhnlicher Weg, den Jedermann kennt. Was kuͤmmert uns dieſe taͤgliche und unfrucht⸗ bare Lehre, die nicht mehr in Staunen ſetzt, Nichts mehr lehrt?
Fleckenloſer Gegenſtaͤnde bedarf es fuͤr jene großen Suͤhnopfer, fuͤr die großen Verirrungen der Sterblichen.
Ich erinnere mich— fuhr er fort— dieſes verlaſ⸗ ſenen Hofes, dieſes aufgegebenen Koͤnigthums recht wohl. Alles war ihm Vorausverkuͤndigung, Ahnung. Ihr haͤt⸗ tet ihn fuͤr jene armen Eremiten halten koͤnnen, denen man bei jeder Begegnung zuruft:„Bruder, denk an den Tod!“
Ja, das Uebel war allerdings tief gewurzelt, alt, vielleicht unheilbar. Waren jene Verſuche des Aeußer⸗ ſten rechtlich, ſo waren ſie es damals. 1
Nur haͤtte man noch warten ſollen.... Wer weiß?... Wer weiß, ob der Feind, wenn man ihn nicht angriff, auch Alles dann gewagt haͤtte, oder, wenn er Alles wagte, ob nicht ſeine Verwegenheit zu ſeiner unordnung und Niederlage beigetragen haͤtte?
Geheimniſſe, die jetzt unnuͤtz ſind, und welche die Zeit, die den Schluͤſſel dazu hatte, uns nun nicht mehr kundgeben kann.
Edler Koͤnigsſtamm, verlaſſe Dich ſelbſt nicht! Die Zukunft liebt es, die Anſicht der Welt zu erneuen; laß den Sturm der Widerwaͤrtigkeit voruͤber gehen!


