Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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lag, wo man den Titel: Amneſtie, leſen konnte. Auch die Jahrzahl zeigte ſich; es war 1825. Unten erblickte man die koͤnigliche Signatur, Karl's Signatur, und unter ihr die des damaligen Groß⸗Siegelbewahrers. Dies Portrait ward im Schloſſe gar ſehr verehrt. Es rief dieſer Familie theure Erinnerungen zuruͤck, und der alte Graf Richard ſprach bei ſeinen Unterhaltungen mit ſeinen Enkeln oft davon, damit deſſen Tradition

nicht verloren gehe.

Er war alt genug, um bei jedem Gluͤckswechſel, der ſeinen Großvater betroffen hatte, mit zugegen ge⸗

weſen zu ſein. Beim Anfange von deſſen erſtem Mi⸗

niſterio, als ihm noch Alles lachte und gluͤckte, war er geboren worden. Dann hatte er mit angeſehen, wie er gegen die Parteien ankaͤmpfte, dann wie er vor ih⸗ nen ſich zuruͤckzog, und dann wie er zu der Zeit, wo die aͤußerſten Gefahren den Fuͤrſten und den Staat be⸗ drohten, als ein ergebenes Opfer zuruͤckkehrte.

Sein fruͤh reifer und durch die zaͤrtlichſte Vorſorge gepflegter Verſtand war ſchon zu der Zeit, wo furcht⸗ bare Ungluͤcksfaͤlle die Ahnungen des treuen Dieners gerechtfertigt, das gebrechliche Gebaͤude ſeines Gluͤcks umgeſtuͤrzt, und ihn als Verbannten und Gefangenen mit unter die Truͤmmer des befleckten und zerſtoͤrten Thrones geworfen hatten, lebendig und entwickelt ge⸗ weſen. 1 Er war in Vincennes, in's Luxemburg, in das Schloß

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