und ganz nahe bei einer reichen und volkreichen Stadt, erhob ſich eine ziemlich beſcheidene Wohnung/ ein an⸗ muthiges und faſt modernes Gebaͤude, welches dichte
Pfeile uͤberragten deſſen Giebel und ſicherten es vor den
dort haͤufigen Donnerſchlaͤgen. Aber an dieſen Pfeilen glaͤnzten und kreiſchten zugleich leichte Wetterfahnen von vergoldetem Kupfer. Die Frontons ſchmuͤckten breite Schilde mit Namens⸗Chiffern ſtatt der Wappen,
die Familie bezeichnend, deren altes Erbtheil hier war..
Es war eine zugleich lachende und doch ernſte Woh⸗ nung, welche die Naͤhe des Fluſſes, das bewegte Trei⸗ ben einer ununterbrochenen Schifffahrt, die Mannichfal⸗ tigkeit der Anſichten, die gluͤckliche Beſchaffenheit des Bodens und die Kraft einer friſchen und unerſchoͤpflichen Vegetation zu einem Aufenthalte ganz eigenthuͤmlicher Art, zu einer Einſamkeit ohne Abſonderung und Ein⸗ foͤrmigkeit machen. 1
Zahlreiche Gaͤſte bewohnten in dieſem Augenblick das Schloß, doch war ihm keiner fremd. Es war der alte Graf Richard(anders nannte man ihn in der ganzen Gegend nicht) und mit ihm ſeine Kinder und wieder deren Kinder.
Der Greis hatte ſchon eine ſehr lange Laufbahn durchſchritten, aber ſeine einfachen und milden Sitten,


