Teil eines Werkes 
4. Band (1832)
Entstehung
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wenig wie moͤglich dahin ſchaue. So viel ſcheint mir jedoch gewiß, daß, ſo weit hinaus unſre Hoffnung auch die Vernichtung dieſer Hauptſtadt ſchieben moͤge, nur die jetzt ſich bereits darin erhebenden Monumente Rui⸗ nen liefern werden. Die Zeit zu Bauten iſt fuͤr uns voruͤber. Wir koͤnnen Hotels niederreißen, um an ihrer Stelle Haͤuſer von fuͤnf Geſchoß hoch aufzubauen, Mauern durchbrechen, um Kaufleute unterzubringen, Pallaͤſte in Bazars verwandeln, Gaͤrten in Winkelgaſſen, koͤnnen unſre Straßen verbreitern und unſre Hoͤfe ver⸗ engen, Durchgaͤnge eroͤffnen, Theater und Café's aus⸗ ſchmuͤcken und dabei Gefahr von Bankerotten und un⸗ bezahlten Schulden laufen. Der Genius unſrer Civili⸗ ſation kann ſelbſt ſo weit gehen, die Gefaͤngniſſe bequem, angenehm und geſund zu machen: allerdings eine weiſe Vorſicht, zu welcher alle Partheien ſich einverſtehen ſoll⸗ ten. Aber ſolche Gebaͤude zu unternehmen, welche der Zeit trotzen, welche durch die Jahrhunderte hindurch das Andenken des Zeitraums erhalten, wo ſie geſchaffen wur⸗ den, welche den Ruhm eines Koͤnigs verewigen, oder das Zeugniß eines in ſeiner Dauer geſicherten Glaubens tragen: das ſteht uns jetzt nicht mehr zu. Wir haben ſchon der allerneueſten Ruinen, dieſer vorlaͤufigen Truͤm⸗ mer von Werken, die nie exiſtiren werden, genug. Das Kaiſerreich konnte mit all ſeiner Macht, die Reſtauration mit all ihrem guten Willen nicht zu Stande kommen, jenes mit einem Triumphbogen⸗ dieſes mit einer Kirche. IV. 17