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maͤlern zu erhalten, wo der Fremde nur muͤhſam die
Spuren alter Thatſachen ergruͤnden kann. Die Revo⸗ lutionen nehmen es auf ſich, die Neugierigen damit zu verſehen. Doch muß man gerecht gegen die unſrige ſein und das Boͤſe nicht uͤbertreiben, um ſich das Ver⸗ gnuͤgen des Tadelns und Bedauerns zu machen. Die Juli⸗Inſurrektion hat wenig zerſtoͤrt, d. h. naͤmlich Dinge, die den Kuͤnſten angehoͤren. Denn was das geſellige Band, die oͤffentlichen Einrichtungen und Gewohnheiten betrifft, ſo wuͤrden Sie vielleicht die Wunde noch tie⸗ fer ſinden, als ſie ſcheint. Eine Kirche, ein Pallaſt, Kreuze, ein Seminar, Barrieren, Wachthaͤuſer, Zollbuͤ⸗ reaus, Waffenſammlungen, das heißt kaum einen Vor⸗ ſchmack bekommen. Da koͤnnte Ihnen eine einzige Siz⸗ zung des Aſſiſenhofes, eine tumultuariſche Sitzung der Kammer ganz andre Verwuͤſtungen zeigen. Es geht ſo⸗ gar ſo weit, daß die Statuen und Gebaͤude im Allge⸗ meinen nicht geſchont worden ſind. Eine Buͤſte Lud⸗ wigs XVIII., die uͤbrigens ſehr ſchlecht war, und mit ih⸗ rer Maſſe die Thuͤr des Muſeums einzudruͤcken ſchien, iſt erſt in dieſen letztern Tagen gefallen. Heinrich IV. auf dem Pont⸗Neuf, Ludwig XIV. auf dem Sieges⸗ platze, Ludwig XIII. in der Einſamkeit des Palais⸗Ro⸗ yal ſtehen noch aufrecht, mit ihrer Schutzwache, einer dreifarbigen Fahne, bewaffnet. Die Rieſen auf der Bruͤcke Ludwigs XVI. drohen noch immer den Voruͤbergehenden, und verkleinern unſre Staatsmaͤnner, die durch ihre


