danken behielten noch den Eindruck davon. Das Buch, das meinen Geiſt ſo maͤchtig ergriffen hatte, war keins der neueſten Zeit: es war ein ernſtes, altes Buch; vor⸗ malige Tage, vormalige Sitten, vormalige Chroniken.
Die Stelle, bei der ich verweilt hatte, lautete ſo: „Herr de la Rivisre, hatte man ihm geſagt, rettet Euer Leben; denn die Neidiſchen haben jetzt Gewalt uͤber Euch. Dieſen Worten hatte er Folgendes geantwortet: Hier, ſo wie anderswo, bin ich in der Hand Gottes; ich fuͤhle mich rein und unſtraͤflich. Gott hat mir das gegeben, was ich habe, und er kann es mir wieder neh⸗ men, wenn es ihm gefaͤllt. Der Wille des Herrn ge⸗ ſchehe. Meine Dienſte ſind von den Koͤnigen, denen ich gedient habe, wohl erkannt worden, und ſie haben ſie mir reichlich vergolten. Ich wage es daher, wegen deſ⸗ ſen, was ich gethan, und auf ihren Befehl zum Beſten des Koͤnigreichs Frankreich gedient und gearbeitet habe, das Urtheil der Kammer des Parlaments von Paris zu erwarten.“
Dieſes Loos, ganz dem meinen gleich, dieſe Gefuͤhle, die auch ich ſo ganz empfunden, waren es, die mir die tiefe und maͤchtige Erregung verurſacht, welche meine Sinne wie gefeſſelt hielt. Nur mein Geiſt, obſchon ebenfalls geſtoͤrt, wirkte und lebte noch in mir. Meiner⸗ ſeits in denſelben Abgrund geſchleudert, maß und pruͤfte ich nun ſeine Tiefe. Ich berechnete die Moͤglichkeiten und Zweifel, ich bemuͤhte mich, vorauszuſehen, zu wus


