Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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die Fluth: ſo beſaßen denn auch die Gelehrten ihre Eigen⸗ liebe. Man verzieh ſie ihnen, als einen weſentlichen Theil ihres Lebens, als den Antrieb zu ihren Arbeiten, und ſie ſelbſt unter ſich duldeten eine Art unſchuldiger Eitelkeit gern, die, da ſie nicht immer das genaue Maaß des Ver⸗ dienſtes war, mehr als eine boshafte Anſpielung erlaubte. Weiter ging aber auch ihre Nachſicht nicht, ſie verfolgten in Proſa und Verſen den Hochmuth, der die Menſchenge⸗ ſchlechter auf der Erde wie erbärmliche Heerden einpferchen will, aufs Unerbittlichſte, jenen Stolz, der den Menſchen vor den Menſchen erniedrigt, der, indem er den einen auf ein Piedeſtal ſtellt, die Stirn des andern in den Staub drückt, der das Herz aufſchwellt, ohne es zu nähren, um es dann bald ganz auszutrocknen, der die Beleidigung auf die Lippen und die Gewaltthat in die Handlungsweiſe bringt und der, den Weg der Vorſehung verkennend, die Kühn⸗ heit beſeſſen hat, für die Mächtigen einen andern Gott als für die Armen und Elenden ſich zu erdenken.

Das freie Daſein, welches die Gelehrten für ihre Stu⸗ dien nothwendig erachteten und das auch wirklich beinah das Siegel ihres Berufs war, hielt die meiſten von ehe⸗ lichen Verbindungen zurück. Ohne großes Vermögen, ſahen ſie wohl ein, daß die Bedürfniſſe einer Familie, zu ihren eigenen hinzugefügt, die Unabhängigkeit hätten abändern müſſen, ohne welche ihr Talent ſich nicht über Rückſich⸗ ten erheben konnte, dic faſt immer ſeinen Aufflug hindern Merkwürdig! Ihr Cölibat war ſo ziemlich das einzige, das

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