24 Karraccos, in kurzen und Reifröcken. Man findet unter dieſer fremdartigen Kleidung allerliebſte Figuren. Wir ha⸗ ben ſie geſehen in der reizenden, modernen Tracht auf dem Café Montensier, wo ein kleines Nebentheater des Gym- nase beſteht; auf dem Caké des Arveugles, das jetzt leer ſteht und ſich von der kaiſerlichen Garde ernährte; im Ge⸗ wölbe du Sauvage, wo das Ohr der Vorübergehenden ſtets durch den Schall des Tambourins getroffen wird, und wo Borel, nach Fitz⸗James, durch den Bauch redet; endlich an den vorzüglichſten Eingängen des Pallaſtes. Sie beleb⸗ ten das Ganze, ſie gaben Allem durch ihre Gegenwart ein wollüſtiges Gepräge, ohne Zweifel verſchieden von dem, wel⸗ ches die züchtige Venus hervorruft, das aber der Mehrzahl der Bewohner gefiel, und dem Gedächtniß der Fremden ſich eindrängte, gleich dem auffallendſten Zuge der Phyſiognomie des Palais Royal. Doch blieben die eigentlichen Sultanin⸗ nen dieſes Volks⸗Serails unter den ſteinernen Gallerieen, die Blicke durch den wetteifernden Glanz ihres Putzes und durch die Nacktheit ihrer Reize anziehend, wie ſie die Frauen der großen Welt nur ähnlich auf Bällen und in der Oper entſchleiern. Man fand bei gewiſſen Klaſſen ihres Ge⸗⸗ ſchlechts ſogar eine rege Neugier, welche die Ehemänner nicht umhin konnten übel zu nehmen. 3 Der alleinige Beſitz des Palais Royal iſt alſo den an⸗ ſtändigen Frauen geblieben, die lange durch die Koketten verdrängt waren, und ſich ehemals begnügten, daſſelbe mit ihnen zu theilen. 8
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