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dieſen Spott, auch nicht über Andere, und ſelbſt wenn ein Marquis ihn gewagt!
So erweckt denn, wenn Ihr wollt, in der jetzigen Zeit Asmodeus, reißt ihn aus ſeiner Unthätigkeit, laßt ihn han⸗ deln und reden, vorausgeſetzt, daß Ihr keine ſeiner Hand⸗ lungen, keines ſeiner Worte vorherſeht. Aber noch einmal, wo biſt du Asmodeus? Welcher Zauberer hält dich zurück? In welch gläſernem Gefängniſſe verbirgſt du dich? Zerbrich alle Flakons, und ſchütte auf dem Nähtiſch der Damen die koſtbaren Wohlgerüche aus; ruft ihn mit erhobener Stimme! Asmodeus wird nicht antworten; Asmodeus iſt nirgends, oder vielmehr, Asmodeus iſt überall; Asmodeus iſt die ganze Welt! Es giebt keinen einzelnen Spötter mehr; Jedermann erforſcht und beſſert die Sitten: es giebt keinen beſonderen Bouffon, aber das Ganze rechnet ſich nicht. Durch dieſe umwälzung im Studium der Sitten wird der neue hin⸗ kende Teufel ſich helfen, und er hilft ſich; indem Alle mit⸗ arbeiten, wird er noch einmal die bunte Geſchichte unſerer Verkehrtheiten ſchreiben. Und ſo denn ſchenkt ihm Gehör, erkennt ihn in dieſer neuen Geſtalt; Ihr habt ihn als be⸗ lehrend gekannt, als glänzende und traurige Belehrung; er⸗ kennet jetzt unſere Belehrung, ernſt, ſittlich und ehrerbie⸗ tig.— Wir beginnen noch einmal auf eine neue Weiſe die Sitten zu ſchildern. Da wir kein Luſtſpiel von Einem Men⸗ ſchen haben können, ſo vereinigen wir uns mehr denn hun⸗ dert, um Eins zu erſchaffen; was macht es denn aus, ob es hundert ſind oder zwei? Für die Einheit iſt es gleich,


