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Gewiſſensqual verlebt und ſtand nun vor dem Sohne als eine zerknirſchte Sünderin, um Verſöhnung, um Vergebung von ihrem Kinde flehend.— Konnte Kuno auch jetzt ſagen: Niemals?— Nein.— Sie war ja doch ſeine Mutter!
Am Tage darauf kniete Frau Engelmann an Ellen's Bette und bat ſie um Vergebung.
„Du, Kuno,“ ſagte Ellen mild,„mußt deiner Mutter das Vergangene in Vergeſſenheit bringen und ſie mit ihrem eigenen Herzen verſöhnen.“
Und Ellen, die durch Frau Engelmann's Ver⸗ ſchulden ſterbende Ellen war es, welche jetzt die Mutter mit dem Sohne ausſöhnte.
XII.
Der Tod nahte Ellen mit ſtarken Schritten, und es gab Augenblicke, wo ihre Schmerzen ſo groß waren, daß ihre Umgebung wünſchte, ſie möchte ſchnell von denſelben erlöſt werden. Aber wenn die ſchweren Anfälle vorüber waren und ſie wieder mild und ruhig, mit dem verklärten Blicke da lag, dann warf ſich Kuno auf die Kniee und rief im Uebermaß ſeiner Verzweiflung:„O, gehe nicht fort! O, bleibe, bleibe hier!“
Ellen lächelte dann und reichte ihm ihre abge⸗ zehrte Hand mit den Worten:*
„Ich bleibe, bis Du als Gatte mich an dein Herz ſchließeſt. An dieſem, Kuno, will ich meinen letzten Seufzer aushauchen.“


