Einige Minuten darauf lag dieſer auf den Knieen vor Ellens Ruhebett, und ihre Hände an ſeine bren⸗ nende Stirne drückend, murmelte er:
„Es iſt meine Mutter, meine Mutter, welche dir den Tod gegeben hat,“ und dabei brach er in lautes Schluchzen aus.
XXXIX.
Am Abend darauf ſaß Kuno wieder an Ellens Seite, mit Spuren tiefen Leidens auf ſeinem Ange⸗ ſichte.
„Bitte nicht. Ich kann ihr das niemals ver⸗ zeihen,“ rief Kuno heftig.
„Sie iſt deine Mutter,“ flüſterte Ellen.
„Ellen, wenn Du wüßteſt, wie verbrecheriſch ſie iſt, ſo würde dieſe ihre That auch dir unverzeihlich vorkommen, und damit Du die Unmöglichkeit für mich, Vergebung eintreten zu laſſen, erkenneſt, ſo höre!
Wir wollen den Leſer nicht mit einer wortgetreuen Erzählung ermüden, ſondern nur in der Kürze folgen⸗ des erwähnen:
Kuno's Vater, Aſſeſſor Arlborg, ein geachteter und von Charakter milder und liebenswürdiger Mann, hatte ſich mit dem ſchönen, aber armen Fräulein Granſkjöld verheirathet und ihr ſeine ganze Zürtlichkeit gewidmet, welche ſie als ihr mit Recht gebührend entgegennahm. Sie, die Tochter eines Grafen Granſtjöld, hatte ſich ja mit einem Bürgerlichen verehlicht, welcher kein anderes Vermögen, als ſein Dienſteinkommen beſaß.


