Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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Haben wir jetzt nicht einander? Warum alſo von der vergangenen Zeit reden?

Aber dieſe Zeit... dieſe Zeit... wird mir dich rauben.

Niemals! Jenſeits des Grabes liegt die Ewig⸗ keit, und da kommt dir Ellen wieder entgegen.

Oft redete ſie von Kuno's Mutter; mit ihrer Güte, ihrer Liebe und ihren ergreifenden Worten ſchien es Ellen wirklich zu gelingen, aus Kuno's Bruſt den Haß gegen ſeine Mutter gänzlich zu vertilgen. Gllen's Einfluß bewirkte, daß Kuno einmal jede Woche Näsby beſuchte, wo Frau Engelmann bei dem jungen Granſtjöld wohnte, und während dieſer Be⸗ ſuche bewies er ſeiner Mutter alle die äußere Achtung, welche ſie fordern konnte; obwohl beide ganz ſorgfältig

die nahe Verwandtſchaft, worin ſie zu einander ſtan⸗

den, ſonſt verbargen. Außer Ellen und Fridolf hatte Niemand davon Kenntniß, mit Ausnahme der Ver⸗ wandten ſelbſt. Niemals forſchte Ellen nach der Urſache von Kuno's Haß oder deſſen geheimnißvollem Benehmen. Das feinfühlende, zartſinnige Mädchen ſah ein, daß es Etwas ſeyn mußte, das für den einen oder die andere demüthigender Natur war. Sie arbeitete nur darauf hin, aus der Seele ihres Lieblings jede ſeiner unwürdige Empfindung zu verbannen. Selbſt klagte ſie Frau Engelmann niemals wegen der Leiden, die ſie erduldete, wegen der Krankheit an, deren ſchneller Fortſchritt ſo vielen Kummer verur⸗

ſachte und das frühzeitige Grab, das ſie vor ſich ſah,

ihr eröffnete. Sie beugte ſich ſtill und ruhig unter Gottes Willen, ohne Jemand eine Schuld beizumeſſen.

Sie dankte Gott dafür, daß ſie ihr kurzes Leben als