Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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lität, und bei dem ſittſamen Narren Joſeph mit ihrer Munterkeit anzuſchlagen.“

Jetzt verlor der Bezirksrichter durch ſeine Schuld zwei Spiele, warf ſein Punſchglas um und überließ endlich ſeinen Platz dem Kommiſſär.— Er ging in den Saal hinaus, trank ein Glas Waſſer und trat ſofort in das Gaſtzimmer mit ſeinem höhniſchen Lä⸗ cheln und ſcharfen Ausdruck im Blick.

„Er iſt verlobt!“ rief eines der Fräulein Lönner.

„Wie kann eine Perſon es wagen, ſich mit ihm zu verloben? Obwohl ich ſechsunddreißig Jahre alt bin, hätte ich nicht den Muth dazu,“ ſagte Alba.

„Ah ſo, der Herr Bezirksrichter iſt verlobt,“ ſagte Ellen langſam;„das muß wohl ein reiches und ſchö⸗ nes Mädchen ſeyn,“ ſetzte ſie hinzu.„Er, mit ſeinem vortheilhaften Ausſehen, darf wohl keine andere wählen.“

Niemand von den Sprechenden hatte bemerkt, daß Kuno unter der Thüre ſtand. Aber der argwöhniſche Mann nahm für ausgemacht an, daß Ellen ihn ge⸗ ſehen und aus dieſem Grunde jene ſchmeichelnden Worte über ſein Ausſehen geäußert habe.— Obwohl Kuno's Eigenliebe ſie gewiß nicht unverdient fand, wurde er doch von dem Verlangen ergriffen, Ellen in Verlegenheit zu ſetzen, indem er dieſe Frage ſelbſt be⸗ antwortete.

„Noch bin ich nicht verlobt, aber es kann bald geſchehen,“ ſagte er und näherte ſich der Gruppe der Sprechenden;„und wenn auch Mamſell Bendel nicht den Muth hätte, ihr Glück ſo unwürdigen Händen anzuvertrauen, ſo hoffe ich gleichwohl, daß es meiner künftigen Braut nicht daran gebrechen wird; ſie iſt von allzu guter Familie, um feig zu ſeyn.“