Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Eintretende hatte ſie am Arme gefaßt und ſagte in dumpfem Tone: 1

Zoé, kennen Sie den Mann wieder, dem Sie ewige Treue ſchwuren?

306 ſchauderte zuſammen. Alle Anweſenden ſtanden ſtumm da.

Betrachten Sie mich genau, fuhr er fort, während ſeine Hand ſich feſter und feſter um ihren Arm ſchloß.Siehe, um welchen Preis ich mein Wort gehalten, mit Ehre und Narben bedeckt, nach Hauſe zurückzukehren. Nun gut, ein Mann, der ſich aus Liebe zum Helden und Krüppel gemacht, und deſſen Gattin zu werden, oder auch in's Kloſter zu gehen und ſeinen Tod zu beweinen, ſie einen ſo heiligen Schwur thaten. Dieſer Mann hat ein Recht zu ver⸗ langen, daß Sie Ihren Schwur halten. Z06, Sie ſehen ja an meinem Geſicht, daß ich komme, um die Erfüllung Ihres Verſprechens zu fordern... und mich wegen Ihrer Treuloſigkeit zu rächen.

306 s Blick hing an Gaſtons unheilverkündenden Zügen, und ſie fühlte, wie ihr Blut erſtarrte. Sie las in denſelben, was kein Anderer las, und darum flüſterte ſie:

Gnade, Gaſton!

Er ließ ihren Arm los und ſagte mit einem Büſteren Lächeln:

Sie geben alſo zu, Ihre Treue gegen mich ver⸗ rathen und meine Rache verdient zu haben?

Ja! flüſterte ſie mit lautloſer Stimme.

Und Du, treuloſes Weib, glaubteſt, daß Der⸗