Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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ſungen, indem er ſich mit der Laute begleitete, um auch auf dieſe Weiſe das übervolle Herz ſprechen zu laſſen. Als er mit ſeinem Geſang zu Ende war, ergriff er Zoé's Hand, legte dieſelbe auf ſeinen Arm und ſagte:

Komm, laß uns noch einmal ins Meer hinaus⸗ blicken, vielleicht werden wir nie mehr zuſammen dieſes Bild ſchauen.

Lange ſtanden ſie an die Barriere geſtützt, welche nach dem Meere zu lag und Zoé ſprach nit ſchwär⸗ meriſcher Begeiſterung von ihrer Liebe und von der Zukunft. Gaſton horchte darauf, während eine Wolke tiefer Schwermuth über ſeinen hübſchen Zügen ruhte. Es war ein trauriges Vorgefühl, daß die frohen Tage ſeines Glücks jetzt zu Ende ſeien. Plötzlich legte er ſeinen Arm um Zo0's Leib, führte ſie weg von der Barriere nach dem Garten und ſagte, indem er ſie an ſeine Bruſt drückte:

Ich will nicht lange das Meer betrachten; denn die Wogen deſſelben flüſtern ſo wunderbar, daß es mir vorkommt, als wenn ſie mir winkten, uns Beide in die Tiefe zu ſtürzen. Dann, 306, wäreſt Du auf ewig die Meinige. Nun! ach, mein Gott; wenn ich aus dem Kampfe wiederkehre, dann haſt Du mich wielleicht vergeſſen.

Zos ſchlang ihren Arm um ſeinen Hals, blickte ihm in ſeine brennenden Augen und flüſterte:

Niemals wird Zoé eines Anderen Braut als Deine, niemals wird ſie Dich vergeſſen können!

Die Abweſenheit, Zos, iſt eine gefährliche Feindin der Treue.

Schwartz, Novellen. VI. 13