Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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macht wurde, bevor die Stimme des Oberſten ihr Ohr erreichte, welche fragte:

Iſt die Herrſchaft zu Hauſe, Jungferchen?

Lavina's Schreck läßt ſich leicht begreifen, wenn man ihren Anzug und ihre Beſchäftigung bedenkt. Jede Leſerin in Lavina's Alter wird ihre Gemüths⸗ ſtimmung zu würdigen wiſſen. Um keinen Preis der Welt hätte ſie ſich umgedreht und den Oberſten ſehen laſſen, wer ſie ſei, und ebenſo wenig konnte ſie ant⸗ worten, weil ſie fürchtete, ſich zu verrathen; dazu kam ihr Schrecken, daß der Oberſt näher kommen möchte.

Lavina faßte einen verzweifelten Entſchluß; ſie ſtürzte, den Scheuerwiſch in der einen und einen Leuchter in der anderen Hand in das Schlafzimmer; aber es ſtand im Buche des Schickſals geſchrieben, daß Lavina nicht entkommen ſollte; denn in der Schlafzimmerthüre ſtürzte ſie gerade in die Arme von Arthur, welcher durch die Küche hineingekommen war. Da er keine Ahnung von der Urſache zu Lavina's Flucht hatte, ſo faßte er ſie um den Leib und rief lachend:

Jetzt ſollſt Du zur Strafe dafür, daß Du mit Kreide und Leuchtern auf mich losſtürzeſt, im Saale mit mir herum tanzen! Dann ſchwentte er ſie einige⸗ male herum, bis beide ſich gerade vor dem Oberſten befanden. Dann erſt wurde Arthur ſeiner gewahr.

Der Oberſt konnte ein Lächeln nicht zurückhalten, als er den verblüfften Arthur und die faſt weinende Lavina anblickte; und wahrlich, es bedurfte der gan⸗ zen Schönheit Lavina's, um in einem ſolchen be⸗

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