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„Es wird der Tag kommen, wo ich mich rächen kann; dann werden Sie, Mamſell Agda, alle die Schläge und Mißhandlungen, die Sie ſchon von der Kindheit an mich haben erdulden laſſen, theuer be⸗ zahlen müſſen. Dann iſt die Reihe an mir, Sie weinen zu laſſen; ja Blut weinen zu laſſen, wenn ich es kann.“
Langſam floſſen einige unterdrückte Thränen über Annette'’s Wangen.
In dem großen Saale des Societätshauſes war Alles, was die kleine Stadt Xr** an Cleganz beſaß, bereits verſammelt, als Commerzienrath Ljung mit Frau und Tochter eintrat. Agda hatte ſich kaum geſetzt, als ſie bereits zu den meiſten Tänzen engagirt war. Man verſammelte ſich um das reiche und ge⸗ feierte Mädchen, um ihm ſeine Huldigung darzu⸗ bringen.
„Sieh, da haben wir Oberſt Rubens,“ ſagte ein junger und bleicher Lieutenant zu Agda, und
deutete auf einen langen, bräunlich ausſehenden,
ſtattlichen Cavalier von einigen und dreißig Jahren, mit ein Paar ſchwarzen, glänzenden Augen, welcher eine ältere Dame und ein junges Mädchen von blen⸗ dender Schönheit einführte. „Ach! Iſt das der reiche, viel beſprochene Oberſt? Schwartz, Novellen. VI. 2


