Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Annette und befeſtigte die geretteten Roſen in dem Haare.

Agda warf einen prüfenden Blick in den Spie⸗ gel, ſetzte einige Locken zurecht und ſagte:

Das iſt gut, gib nun mein Kleid her.

Bald ſtand ſie fertig da in dem hellrothen Krepp⸗ kleide, welches durchſichtig und luftig um das kleine elegante und reizende Weſen wogte.

Oeffne mir die Thüre und leuchte mir zur Mama, befahl Agda weiter, ohne ein einziges freund⸗ liches Wort, als Sühne für ihre Heftigkeit, gegen Annette zu äußern.

Sie gingen durch ein paar größere Zimmer und traten in einen kleineren Salon, wo die Commerzien⸗ räthin Ljung in voller Toilette auf einem kleinen Sopha ſaß und in einem Roman von Paul de Kock blätterte. Sie war ein kleines mageres Frauenzimmer mit kalten, ſtolzen Zügen. Ihre großen blauen Au⸗ gen drückten kein Gefühl aus, die gebogene Naſe und die dünnen Lippen gaben dem Geſicht etwas Unbeug⸗ ſames und Hartes. Als Agda eintrat und ihr Blick auf das hübſche und graziöſe Mädchen fiel, wurde der harte Ausdruck durch einen zärtlichen, faſt leidenſchaft⸗ lichen Zug gemildert.

Frau Ljung ſtand auf, ſetzte ſich mitten im Zimmer in ein Fauteuil und ſagte:

Geh ein wenig im Zimmer herum, mein Engel, daß ich Dich betrachten kann.

Agda kam dem Wunſche der Mutter nach und grüßte ſie, indem ſie um ihren Stuhl herumging,

mit einer anmuthigen Verbeugung. ae

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