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In einem kleinen eleganten Toilettazimmer ſaß die einzige Tochter des Commerzienrathes, Agda Ljung, und ließ ihren Kopfputz von ihrer Kammerjungfer ordnen.
4„Mein Gott, Annette, wie Sie mich zurichtet, ich ſehe ja aus, als wenn ich verrückt wäre!“ rief das junge Mädchen, und riß mit der Schnelligkeit des Blitzes die Blumen herunter, welche das Haar zierten, zerſtörte die mit ſo vieler Mühe geordnete Friſur und warf Nadeln und Blumen der beſtürzten Kam⸗ merjungfrau in's Geſicht. Darauf bedeckte Agda das Geſicht mit beiden Händen und fing an zu weinen, während ſie zu gleicher Zeit gegen Annette losbrach:
„Ich bin die unglücklichſte Perſon auf der Erde, daß ich einen ſolchen Dummkopf, wie Du biſt, zum Kammermädchen haben muß. Erſt reißt Du mir das Haar vom Kopfe und dann ſtaffirſt Du mich aus, wie eine Bauernbraut. Da ſind meine ſchönen Blu⸗ lnen zerſtört!“ ſchrie Agda, und trat die Blumen mit
üßen. 3
„Gute, beſte Mamſell Agda, verzeihen Sie mir
4 und ſitzen Sie jetzt ſtille; ich verſpreche Ihnen, mein
Beſtes zu thun. Es iſt nur noch eine halbe Stunde
bis zum Anfang des Balles, und ich werde in der Zeit Mamſell ſo ſchön machen, daß es auf dem gan⸗ zen Balle keine hübſchere Dame geben ſoll,“ wagte
Annette endlich zu ſagen, während ſie einige hochrothe
Doornroſen von den Fußtritten und der Raſerei Agda's
zu retten ſuchte.
„Nun gut, ich will Dich noch einmal einen Ver⸗
ſuch machen laſſen,“ antwortete Agda, nachdem ihr


