ſanften Ausdruck; die Haut iſt friſch, fein und durch⸗ ſichtig. Ihre braunen Haare ſind ſchlicht gekämmt und im Nacken in üppigen Flechten aufgeſteckt. Auch ſie arbeitet ſehr eifrig. 4.
„Arme Elin,“ ſagte die Mutter,„wie es mir
um Dich leid thut, daß Du allen Vergnügungen Deines Alters entſagen und hier bei mir zu Hauſe ſitzen und Dich mit der langweiligen Arbeit beſchäf⸗ tigen mußt. Aber warum verzichteſt Du zu Gunſten Lavina's auf Tante Karin's Einladung zum Balle heute Abend?“ „Weil es keine Aufopferung für mich war, beſte Mama, während dagegen Lavina vor Sehnſucht und Ungeduld brannte, einmal einen Ball beſuchen zu dürfen. Ihr von Natur lebhaftes Temperament leidet mehr unter unſerem einförmigen Leben, als das meinige.“
„Aber, Elin, Du biſt ja auch auf keinem Ball geweſen, und Du biſt doch zwanzig, während Lavina nur achtzehn Jahre alt iſt. Wahrſcheinlich würdeſt Du denſelben auch mit Vergnügen beſucht haben, denn in Deinem Alter iſt es ſo natürlich, daß man in die Welt hineinblicken und etwas mehr davon ſehen will, als die arme Wohnung der Mutter. Lavina hätte noch warten können, bis ſich wieder eine Gelegenheit darböte.“
„Nein, Mama, der Grund, warum ich auf den Ball verzichtete, war nur der, daß ſie mit ihrem feu⸗ rigen Temperament nur mit Schmerz eine ſolche Ge⸗ legenheit hätte abwarten können, von der nur Gott weiß, wann ſie ſich darbietet; und wenn ich aufrichtig


