Dieſe Häuſer, welche von ſo ungleichem Aeußeren waren, wurden indeſſen von zwei Geſchwiſtern bewohnt,
welche aber ſeit ihrer Kindheit in Uneinigkeit gelebt
hatten.
Diejenige, welche das hölzerne Haus bewohnte, war von einem Verwandten angenommen und zu ſeiner Erbin gemacht worden, wogegen die Bewohnerin des Palaſtes arm geblieben.
Dadurch wurde bei der letzteren der Grund zu einem Haß gelegt, den keine Zeit und keine Ver⸗ hältniſſe hatten mildern können.
In dem kleinen Hauſe, auf das wir zuerſt un⸗ ſere Blicke werfen wollen, wohnte im Parterre die früher reiche Schweſter mit ihren beiden Töchtern. Ihr Mann, der Lieutenant Pahl, welcher ein großes
Vermögen mit ihr erhalten, das er aber gänzlich zu
Grunde gerichtet hatte, hinterließ ſie bei ſeinem Tode mit ihren zwei Kindern vollkommen von Allem entblößt. Ein Jahr darauf hatte ſie das kleine Haus geerbt, welches einem entfernten Verwandten gehört, und jetzt mit ſeinem Garten ihr ganzes Vermögen ausmachte. Das obere Stockwerk hatte ſie an eine Pfarrerswittwe vermiethet, die einen einzigen Sohn hatte.
Nach dieſen Bemerkungen führen wir den Leſer an einem Novemberabend in Frau Pahls Wohnung ein, welche aus zwei größeren und einem lleineren Zimmer beſtand.
Das erſte Zimmer repräſentirte zugleich Saal, Vorgemach und Salon der Familie. Daſſelbe ſah immer geputzt und geordnet aus, obgleich das Meuble⸗
ment nur aus einem ſchwarzen mit Leder überzoge⸗


