Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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Schmerzen zu gedenken mit Dank gegen Gott, der Alles hinter ſie gebracht.

Sieh, ſagte Lach, das Geſpräch fortſetzendder Zug geliebter Menſchen hinter uns iſt wie der Ueberblick unſers ganzen vergangenen Lebens! An einem jeden Einzelnen haftet ein wichtiger Abſchnitt deſſelben; ſie haben es begleitet, getheilt und eines Jeden Einfluß darauf wollen wir uns um ſo weniger leugnen, da er überall uns ihren Werth herausſtellt und meinen alten Glauben zu Ehren bringt, daß die meiſten Menſchen weit geneigter ſind, ſich wohl als weh zu thun daß die Verwick⸗ lungen, die uns treffen, wohl zergliedert, viel öfter Zeugniß von kleinen, als von großen Vergehungen ablegen daß wir uns daher nicht damit brüſten ſollen, kein Böſewicht zu ſein, keinem böſen Willen gefolgt zu ſein da das ungeſtrafte Durchſchlüpfen kleiner Thorheiten, Fehler und Leidenſchaften in der Fortſetzung ganz dieſelben nachtheiligen Wirkungen auf unſer und anderer Leben ausüben können, die wir irrthümlich dann mit dem poſitiv gewollten Böſen zu bezeichnen pflegen.

Thomas Thyrnau hatte die prächtige Tafel vor dem Doh⸗ lenneſt unter dem jungen Schatten der Linden, auf dem weichen Mooſe des Waldgrundes decken laſſen und empfing ſeine Gäſte mit der bezaubernden Heiterkeit, die gleich in Jedem die Freiheit erweckt, das Beſte, was in ihm werden kann, hervor⸗ treten zu laſſen.

Veit ſtand ſchon, vortrefflich geſchmückt, vor der Tafel, welche das Kunſtwerk ſeiner Anordnungen war, wenn auch dem alternden Diener jetzt unter dem Titel eines Hausmeiſters der aktive Dienſt genommen und in jüngere Hände gelegt worden war. Eben ſo waren im Innern des Dohlenneſtes um Gundula rüſtigere Hände in Thätigkeit, während ſie ſauber geputzt am