Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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vornehmer Mann und flößte einen tiefen Reſpekt und eine völlige Hingebung ein. Auch ſeine Sprache war raſcher, ge⸗ legentlich lauter geworden; nur gegen Magda hatte er einen ganz andern ſanften Sprachlaut und ein Beugen des ſtolzen Nackens, das unbewußt allein für ſie hervortrat. Er hatte ſich der ganzen Verwaltung ſeiner Herrſchaft mit Energie ange⸗ nommen, und handhabte ſie jetzt mit ernſter Sicherheit, mit raſcher leichter Umſicht.

Den Winter war er daneben in Wien an der Seite Thyr⸗ nau's ein ganzer Staatsmann geworden und es hätte nur von ihm abgehangen, auch irgend einen Rang dafür von der Kai⸗ ſerin zu erhalten aber er blieb ſeinen Anſichten treu ſeine Unterthanen und Böhmen behielten den Vorrang. Was er mit dieſer behaupteten Freiheit der Kaiſerin nutzen konnte, gab er freiwillig ohne Lohn und beſtimmte Form, nichts deſtoweniger mit Eifer und treuer Hingebung, und die Kaiſerin ließ ſich die ungewöhnliche Art gefallen, da ſie vor allen Dingen die Kon⸗ ſequenz im Menſchen liebte und mit allen Verhältniſſen Lacy's wohl bekannt, ſich heimlich fteute, daß er feſt hielt an dem, was ſie ſelbſt ſeine erſte Pflicht nannte. Von dieſen großen ent⸗ wickelnden Verhältniſſen trug ſein Aeußeres nun vollkommen das Gepräge, und der Anhauch von Selbſtgefühl, der nicht überſehen werden konnte, paßte ſich zu der ſchönen männlichen Würde, welche ebenſo Kraft und Güte wie kindliche Wahrhaftig⸗ keit vereinigte.

Während dieſes heitern Luſtwandelns bog in den hohen Lindenweg von der Reitbahn her ein Zug von Gäſten ein, welche die Bewohner derſelben waren, und ſehr anmuthig ſehen wir die Fürſtin Thereſe in einem der vorerwähnten Tragſtühle den Zug eröffnen. Sie war noch etwas ſtärker geworden, aber von eben ſo jugendlicher Fiiſche, als wir ſie verließen.