entgegen, die ſie theils niederdruckte, theils in feine Dunſtſtreifen verfluͤchtigte, indem ſie ihre leichten Maſ⸗ ſen gegen die dunklen Koͤrper der Felſen in violetten und roſenrothen Faͤrbungen zeigte— waͤhrend einzelne Stellen ſchon von den warmen Strahlen der Sonne durchbrochen wie gluͤckſelige Inſeln in paradieſiſcher Ueppigkeit zu leuchten ſchienen.
Die Wanderer, die den thauigen Weg, der auf fel⸗ ſigem Boden eine unebene Landſtraße darbot, hinan
klommen, waren ſo ſtill als die Natur, die ihre heiteren Bewohner bereits entbehrte; nur zuweilen hoͤrte man den Specht durch den Wald oder das Kaͤuzchen— oder
die Kaͤfer und die wilde Biene ſchoſſen ſummend voruber. Die tiefe Stille paßte, wie es ſchien, gut zu den Wanderern, denn Beide waren auch lautlos, und es ſchien zweifelhaft, ob der herrliche Morgen Herrſchaft habe uͤber ihr Gemuͤth.
Thomas Thyrnau ging ſeitwaͤrts etwas zuruͤck⸗ bleibend gegen Magda, und ſein beſorgtes Auge ſuchte auch nur in der ganzen Natur das eine theure Weſen, welches mit tief geſenktem Kopfe muͤhſam vor ihm her ſtieg und Alles unbeachtet am Wege ließ, was ſonſt ihre leichte kindliche Geſtalt in tauſend Nebenſpruͤngen vor ihm wuͤrde hergejagt haben. Der Abſchied von Wien


