ſtahl ſich eine Thraͤne aus ihren ſchoͤnen Augen. Es war ihr ſo wohl gelungen, was ſie gehofft, zu erreichen — und heftige Perſonen fuͤhlen ſich immer am gluͤck⸗ lichſten, wenn ſie ſich ſagen durfen, blos milde geweſen zu ſein.—„Es freut mich, Thereſe, daß Du mir ſo zugethan ſein willſt— ich werde da den Namen Mutter, den ich gern von Dir hore, verdienen koͤnnen — denn ohne die Liebe, das Vertrauen eines Kindes erreicht keine Mutter ihre guten Abſichten.“
„Beides! beides! wird der Inhalt meines Herzens bleiben fuͤr meine angebetete Kaiſerin, ſo lange ich lebe — aber noch bin ich betaͤubt und außer mir uͤber die große Gnade Euer Majeſtaͤt, und Alles, was ich thue und ſage, wird ganz unpaſſend ſein—“
„Faſſe Dich, mein Kind!“ erwiderte die Kaiſerin —„und Du, Gutenberg, ſitze da nicht im Winkel und weine Dir die Augen blind, ſondern ſtecke Deinem Liebling das Haar zurecht, ſonſt glauben die guten Hofleute, wir haben unſere Muhme gezauſt— waͤh⸗ rend dem Prinzeſſin werdet Ihr Euch beſinnen, wenn Ihr noch etwas auf dem Herzen habt.“
„Ich hatte in Wahrheit viel darauf, als ich kam,“ ſagte die Prinzeſſin unter den Haͤnden der Gutenberg —„und gewiß, mein Dank fur die Abreiſe des Fuͤrſten von S. war die Hauptſache— außerdem dachte ich da⸗


