kendem Tone.„Sag', Alter, wie viel Nachkommen zaͤhlt jetzt Dein Herr? Ich denke, er muß Schwieger⸗ ſoͤhne und Enkel in Fuͤlle haben, daß dies ganze Neſt davon voll werden kann.“
„Der Wille des Himmels hat es anders gewollt!“ erwiderte der Alte duͤſter—„mein Herr hat wenig von ſeinem reichen Stamme und ſeinem Familiengluͤck uͤbrig behalten.“
„So“— ſagte der Fremde—„kam ein mächti⸗ gerer Stoßvogel unter die junge Brut, vor dem die alte Dohle ſie nicht decken konnte?“
Doch waͤhrend dieſer Worte ſah er, daß der Diener die Augen nach der Decke erhob, und unwillkürlich folgte er derſelben Richtung und ſah jetzt grade vor ſich auf einer offnen Gallerie, die uͤber dem Rauchfang des Kamins ſchwebte, ein ſo ſchoͤnes, junges und phanta⸗ ſtiſch gekleidetes Maͤdchen, daß ihm das Wort ausging, und er erſtaunt mit ſeinen Blicken an der reizenden Erſcheinung haften blieb.
Dieſe dagegen ſchien, des Eindrucks ſicher, bemuͤht, ihn durch ihre ſtolze feſte Haltung noch zu verſtärken. Ihr Auge ruhte zuͤrnend unter leicht zuſammengezoge⸗ nen Brauen auf dem anmaßenden Gaſte, und ihre Hal⸗ tung. druͤckte eine ſtumme doch unverkennbare Wichtig⸗ keit aus. Der Fremde erhob ſich, nahm ſeinen Hut


