Teil eines Werkes 
2. Theil (1843)
Entstehung
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mehr jedoch war der Hof eine Art Kultus geworden, deſſen Dienſte ſich weihen zu duͤrfen, der Inbegriff aller Wuͤnſche, aller Beſtrebungen ward. In dem Maaße, wie ſie durch die ihr gewordene Auszeichnung uͤber alle ihre Feinde triumphirte, hoffte ſie, ihre Familie auch

zu dem alten Glanze zuruͤckzufuͤhren, der durch die zweifelhafte Stellung ihres Sohnes noch immer in Schatten geſtellt blieb. Obwohl unter den zahlreichen Nachrichten von der Armee die guͤnſtigſten uͤber Leo⸗ nin's Verhalten, ſeinen Muth, ſeinen raſtloſen Eifer einliefen, nimmer war eine Gelegenheit zu finden, die⸗

ſelben bis zu dem Könige zu fuͤhren. Außer in dieſem Zauberkreiſe ſchmeichelten Alle der ſtozen Mutter da⸗ mit; in Gegenwart des Koͤnigs aber ſchwiegen Alle da⸗ von, weil Jeder wußte, daß, als einſt Madame mit ihrer kecken, deutſchen Weiſe, die viel Gnade vor Lud⸗ wig fand, auf dieſen Gegenſtand kommen wollte, der König ſie verwundert angeſehen, und als ob ſie Deutſch mit ihm geſprochen, ihr gar nicht geantwortet und ihr den Ruͤcken zugekehrt habe.

Jetzt ſammelten ſich die hohen Haͤupter der Ar⸗ mee wieder um den Koͤnig, und der Monarch, getra⸗ gen und gehoben von dem Ruhme ſeiner Armeen, ſpen⸗ dete Ehren, Vermoͤgen, Gunſt und Auszeichnung j der Art an ſeine Helden Die Eroberung von weſet