Teil eines Werkes 
2. Theil (1843)
Entstehung
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In Leonin's Verhaͤltniß zum Hofe hatte ſich Nichts geaͤndert. Die Trauerzeit verſchloß, den Vorſchriften nach, die ganze Familie noch in ihrem Palais; die Marſchallin hatte daher noch keine Verſuche daruͤber machen koͤnnen, wie weit der Tod des Marſchalls die Verſoͤhnung vermittelt habe. Regelmaͤßig den achten Tag erſchienen die Hofchargen zu einem kurzen, cere⸗ monioſen Beſuche im Hotel Soubiſe. Dies konnte na⸗ tuͤrlich nur auf Befehl der Majeſtäten geſchehen und blieb ein Gnadenzeichen, das, wie ſchon erwaͤhnt, eine Looſung fuͤr den uͤbrigen Adel ward; und ſo konnte es unter den an ſich beſchraͤnkenden Umſtaͤn⸗ den ſcheinen, alle Verhaͤltniſſe waͤren ausgeglichen. Hiervon ließ ſich die Marſchallin jedoch nicht taͤuſchen, die ſehr wohl alle Abſtufungen der Gunſt kannte und mit einem mittelmaͤßigen Zuſtande der Dinge nicht zu⸗ frieden ſein konnte; da ſie bisher den erſten Rang er⸗ ſtrebt und erreicht hatte.

Leonin blieb dagegen hartnäckig bei ſeinem Vor⸗ ſatze, jetzt keine Begnadigung nachzuſuchen und der Gunſt des Marſchalls von Louxemburg anheim zu ſtel⸗ len, ſein Erſcheinen bei der Armee zu entſchuldigen. Da die Marſchallin ein Mißgluͤcken eben ſo fuͤrchtete, fand er weniger Widerſtand, als er erwartet; und ſeine Gemahlin mit ausgedehnten Vollmachten verſehend,