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großen Thüren das Fenſter bildete, aber, den Unbilden des Wetters preisgegeben, Regen und Schloßen ein⸗ dringen ließ. Da liefen an den vergoldeten Leder⸗ behängen der Wände kunſtreich geſchnittene Bänke von Eichenholz um das Zimmer her, und neben dem Kamine von ſchwarzem Marmor ſtand das große Bett, welches, wie gewöhnlich, an Vorhängen und Ver⸗ zierungen der Holzſchneidekunſt den meiſten Aufwand früherer Zeit zeigte. Vorzüglich aber betrachtete Fen⸗ nigor ein ſchönes Betpult mit Knieſchemmel, an dem ein zuſammengeſunkener kleiner Harfion ſtand, eine kleinere Art dieſes ſpäter erſt vergrößerten Inſtruments, wie die Damen ihn leicht in einer Hand zu trägen vermochten. Dies kleine Inſtrument, wenn jetzt auch ohne Saiten, mit verroſteten Wirbeln, war doch mit dem größten Fleiße in Elfenbein und Gold gearbeitet, und zeigte an, daß hier ein Fräulein gehauſt, da nur Frauen dies Inſtrument ſpieltän.— Die Vorhänge des Bettes waren nicht zugezogen, und Fennimor ſah die Kiſſen und Matratzen von dunklem Damaſt, und die reich geſtickte Decke, wenn auch Alles von Staub und Feuchtigkeit geſchwärzt erſchien, und kaum noch in ſeiner früheren Beſchaffenheit kenntlich.—
Schon ein paar Mal hatte Fennimor gefragt, wem dies Zimmer gehört habe— da ſie ihre Frage


