Teil eines Werkes 
1. Theil (1843)
Entstehung
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Doch der Alte war ihnen nachgeſchlichen und zupfte mit trauriger Miene den Grafen am Kleide. O, führet die gnädige Herrſchaft hier fort! ſprach er leiſe, indem er, von Fennimor unbemerkt, auf die großen dunkeln Flecke am Fußboden zeigte; und Leonin fühlte, daß ſie auf dem Blute des Spinola ſtanden, der hier das Geſchlecht der Crecy verfluchte; denn

was der alte Kaſtellan aus Ehrfurcht verſchwieg, war

Leonin zufällig bekannt und bezeichnete in dem er⸗ wähnten Mörder den Grafen Theophim von Crech. Sanft ſtrebte er, die zitternde Fennimor aus dieſem traurigen Bereiche zu ziehen, willig folgte ſie ihm, und der Kaſtellan, der ſchnell die Thüren dieſer Unglückszimmer mit Schlöſſern und Querbalken wie⸗ der verwahrte, öffnete in dem Banketſaale eine Sei⸗ tenthür, die nach einer offenen Gallerie führte. Wenn auch noch älter an Urſprung, war ſie doch in dieſem Augenblicke eine wahre Erquickung, da die Herbſtſonae warm und duftig auf ſie ſchien, und die zierlich ge⸗ mauerte und vielfach durchbrochene Einfaſſung mit Moos und niederhängenden Eibenbäumchen durchfloch⸗ ten war, welches Alles dem unſchuldigen Leben der Natur näher führte; obwohl hier das Zeichen des überhand nehmenden Verfalls, von dem die Vegeta⸗ tion mit ihren vielfach anmuthigen Mitteln ſogleich