—
439
Brief und ein kleines Käſtchen aus ihrem Kleide und ſagte ihm, daß es Nachrichten aus Holland ſeien.
Der Brief, durch die Gräfin Comenes befoͤrdert, war von Angela, und ihm beigegeben ein alterthuͤmliches Käſtchen, worin Montroſe einen kleinen, ſehr ſchoͤn gearbeiteten Ring von Gold und Rubinen ſah, deſ⸗ ſen ungewoͤhnliche Form die Aufmerkſamkeit feſſeln mußte.
„Wem gehoͤrt dieſer Ring?“ fragte Montroſe leb⸗ haft.—„Jetzt mir,“ ſagte Urica beſonders feierlich— „denn ich bin nun die älteſte Frau der Caſambort und meine ungluckliche Schweſter Brigitta lebt nicht mehr!“
Nach einiger Sammlung, welche die zarte Theil⸗ nahme ihres Gemahls um ſo ſchneller herbeifuͤhrte— ſchritt Urica zu der Uebernahme des geheimnißvollen Ringes, indem ſie ihn nicht ohne geheimes Herzklopfen an den kleinen, ihr, wie die Sage üͤberlieferte, dazu ver⸗ liehenen Finger ſchob— und das eine Wunder blieb wenigſtens gewiß, daß, obwohl er an Brigitta's abge⸗ zehrten Finger gepaßt hatte, er doch eben ſo ſicher den runden, weichen Finger Urica's umſchloß, und daß er ebenfalls nicht wieder abzuziehen war, welches Montroſe jedoch liebkoſend auf die kleinen zarten Gruͤbchen dieſes ſchoͤnen Fingers ſchob.
Angela's kurzer Brief lautete wie folgt:


