„Nein,“ ſagte Montroſe und ſetzte ſich zu ihr un⸗ ter den Schatten der Linden—„ noch nicht! Laß uns den ſchoͤnen Chor der Eumeniden des Aeſchylus leſen— das ſind ewige Schoͤnheiten— der edle Geiſt des Men⸗ ſchen bleibt in Ewigkeit derſelbe!“
Ein Diener unterbrach dieſe genußreiche Ruhe, er kundigte eine Deputation des hohen ſchottiſchen Parla⸗ ments an Milord von Montroſe an—
Waͤhrend er befahl, ſie einzufuͤhren, blickten Beide ſich lächelnd an:„Ein Gruß von Argyle“ ſagte Urica.
Montroſe wußte die Verhaͤltniſſe ſeiner Landsleute, und ihre Stellung zu ihm, und der von ihm vertretenen Sache, zu richtig zu beurtheilen, um durch den Erfolg, den er bei ſeinen Richtern erwartete, ſehr getaͤuſcht wer⸗ den zu können. Doch mehr noch, wie der Marquis es in ſeiner Abgeſchloſſenheit vorausſetzte, hatte ſich die Auflöſung in ſeinem Armeecorps gezeigt, und es hochſt bedenklich gemacht, ihn laͤnger davon zu entfernen, da ein ſo bedeutendes Streitcorps, eben ſo wenig zu ent⸗ behren war, wie nach den eben mißgluͤckten Verſuchen, durch andere Ofſiziere zu erhalten. Dieſe eben erſt ge⸗ worbenen Truppen, die ihre Dienſte wie eine Privatan⸗ gelegenheit mit Montroſe betrachteten, deſſen Genie die Mittel kannte, ſie an ſich zu feſſeln, und ſich gehorſam zu machen, waren jetzt, da ihr Feldherr fehlte, zu ganzen


