X
Federfaͤcher ein Blättchen Papier uͤberreichte, welches die Königin, wie einen vollzogenen Auftrag, mit gnädigem Kopfnicken entgegen nahm.
Der Morgen erſt beſchloß ein Feſt, was bis dahin faſt in jeder Stunde eine neue Situation, eine Ueber⸗ raſchung, eine feine Schmeichelei geboten hatte, und von allen Autoritaͤten der Stadt bis zum Eingang ihrer Gemächer mit eben der wuͤrdigen, Achtung gebietenden Aufmerkſamkeit geleitet, ertrug die Königin dieſe toͤd⸗ tenden Ermuͤdungen, dieſe unausgeſetzten Anforderun⸗
gen an ihr heiteres Geſicht und an ihre hoflichen Worte
mit der, nur gekrönten Haͤuptern inne wohnenden Aus⸗ dauer. Als ſich aber endlich die Vorhaͤnge uͤber die ſich ſchließenden Thuͤren ſenkten und die Königin, haſtig um ſich blickend, nur ihre getreuen und verſchwiegenen Frauen um ſich ſah— ſtieß ſie einen Schrei aus und ſturzte, in heftige Kräͤmpfe verfallend, zur Erde; denn waͤhrend das Feſt ſeine Blumenringeln um ſie gezogen, hatte die ungluckliche Frau den Faden ihrer Abſichten und Wuͤnſche klug feſt zu halten gewußt, und Alle, die ihr wichtig ſchienen, in das Intereſſe zu verflechten geſucht, was zu ihrem Zwecke noͤthig war— aber kein Troſt war in ihr Herz gedrungen. Offenen Beiſtand fuͤr ihren Gat⸗ ten gegen ſeine aufruͤhreriſchen Unterthanen zu erlangen, war nicht zu hoffen, und die geheimen Unterſtuͤtzungen,


