Wer die Graͤfin von Caſambort im Gefolge der hohen Herrſchaften ſah, welche am ſelbigen Tage das glaͤnzende Banket der Stadt Amſterdam annahmen, konnte doch kaum die Aufmerkſamkeit fur die hoͤchſten Perſonen feſt⸗ halten, denn dieſe zog unwiderſtehlich Aller Blicke auf ſich.
Die Königin trug an dieſem Tage keine bunten Steine, ſondern blos Brillanten. Sie hatte eine Krone, von rothem Sammt gehalten, in ihrem dunklen Haar, und der Purpur ihres Ueberkleides mit Hermelin beſetzt, war mit Bouquets von Brillanten an dem Unterkleide von drap d'or befeſtigt und endete um den Buſen mit einem Latz von Brillanten.— Sie wußte wohl, daß
ſie hier mit einfachen Hausfrauen und Buͤrgerinnen Am⸗ ſterdams— wie Herr von Marſeeven ſie nannte— rivaliſiren mußte.
Die Königin ſaß mit dem hohen Brautpaar auf einer Erhoͤhung, welche zwiſchen den zwei Hauptfenſtern ſtand, unter einem Thronhimmel, von wo aus ſie den ganzen Hauptſaal des alten prächtigen Rathhauſes


