Teil eines Werkes 
1. Theil (1844) Angela
Entstehung
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Ich muß ſie ſehen, rief Uricao meine arme, arme Schweſter, nach der ich mich mit tauſend Schmer⸗

zen geſehnt, ſo lange ich denken kann ſo ſoll ich dich

wieder finden? Ja dabei mag's bleiben ich muß ſie ſehen und zwar heute ſogleich. 5

Peute möchte es zu ſpät werden, ſagte die Grä⸗ fin Comenesda wir die Königin gleich zum Ban⸗

kett begleiten muͤſſen.

Du ſiehſt, ſagte Urica ungeduldig, ſich zu Angela 2

wendendich bin nicht mein eigner Herr! ich muß mich der mir aufgenoͤthigten Verpflichtung unterziehen. Aber es wird ſich dennoch machen laſſen denke nur daran, daß ich die Mutter ſehe, ohne von Nees be⸗ läſtigt zu werden.

Da Angela ſchwieg, ſagte Urica nach einigem Sin⸗ nen:Es wird ſich machen laſſen! Hoͤr' mir zu, An⸗ gela: Wenn dir ein Page dieſe kleine bunte Feder bringt, dann bezeichne ihm genau, wo ich auf geheime Weiſe dein Haus betreten und zur Mutter gelangen kann und nun gruͤß' dich Gott bis auf Wieder⸗ ſehn.

Die Graͤfin Comenes begleitete Angela mit vielem Anſtande und im Vorzimmer mit hervor gehobener Ach⸗ tung bis zur Treppe, jedoch ohne von Nees weiter Kenntniß zu nehmen, der endlich einſah, er muͤſſe, ohne

Jakob v. d. Nees. 1. 27