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nah an Godwie⸗Caſtle, ſo leicht erreichbar für den Koͤnig, der nie aufhoͤrte, in Maria das Gluck ſeiner Jugend zu lieben.
Nur ſelten erſchienen ſie bei Hofe, ein reicheres Leben ſich ſchaffend in ihren weitlaͤuftigen Beſitzungen, in dem begluͤckten Kreiſe ihrer Familie.
Ein Jahr ſpäter fuͤhrte Maria den Grafen Or⸗ mond mit Ollonh Dorſet zum Altare.
Ormond glaubte, er habe bisher nur geliebt als Verſuch, endlich vollſtändig ſeine begluͤckte Braut zu lieben; Maria hatte eine erfuͤllte Hoffnung mehr erlebt.
Bald ruhte die ſchoͤne heitere Leiche der alten Her⸗ zogin von Nottingham in der Todtenhalle von Godwie⸗ Caſtle. Ihr herrliches Ende war, wie ihr Leben, ein Segen fuͤr ihre Angehoͤrigen. hrer Schwiegertochter war es beſchieden, die hei⸗ tere Ruhe der Verklaͤrten zu ererben. Der Stachel, der ihr ganzes Leben verwundet und dem Blute ſei⸗ nen ſcharfen Inhalt gegeben hatte, war mit der Ent⸗ deckung von Maria's Geburt verſchwunden.
Sie fuͤhlte mit Reue und Beſchämung, wie grauſam ſie Zeit ihres Lebens den verkannt, den ſie ſo grenzenlos geliebt.
Dieſe ſpäͤte, aber tiefe Reue, die ihr doch ohne
Beſchämung zu Theil ward, da auch nicht ein Blick


