Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

345

ſcheinen. Henriette von Frankreich hatte fuͤr jeden beruͤhmten Namen ihres neuen Vaterlandes ein an⸗ muthiges Wort, eine ſchmeichelhafte Bemerkung. Sie ſchien die gekroͤnte Anmuth zu ſein, und ihr Auge leuchtete ſo heiter und kräftig auf Jeden nie⸗ der, wie eine Verheißung gluͤcklicher Zeiten. Kaum widerſtand einer der alten finſtern engliſchen Barone der jugendlichen Koͤnigin. Die Abſicht, ihr zu miß⸗ trauen, die jene, ſie ſich als Klugheit anrechnend, mitgebracht, war den Meiſten entfallen, und ein un⸗ freiwilliges Geſtndniß neu gewonnener Hoffnung malts ſich auf ihrer geglaͤtteten Stirn, waͤhrend die ritterliche Jugend am Griffe ihrer Degen mehr der ſchoͤnen Frau, als der Koͤnigin ihr Leben vereidete.

Carl der Erſte ſah nicht ohne Theilnahme den Eindruck, den ſeine ſchoͤne Gemahlin hervorrief. Er ſelbſt hatte einen erhoͤhten Ausdruck von Heiterkeit und Ruhe, und ſeine von der Natur zur Schmermuth ge⸗ ſtempelten Zuge ſchienen mit dem Lächeln der Befriedi⸗ gung der jungen Koͤnigin ein heiteres Leben zu verheißen.

Doch blieb eine Unruhe ſichtbar, die ſeine und der Koͤnigin Blicke oͤfter dem Eingang entgegenrichtete, durch den ſich noch ſtets Neuangekommene hinein⸗ drängten, welche alle bemüht waren, der neuen Lan⸗ desmutter ihre Huldigung darzubringen.

e