Gegen Morgen fiel die Kranke in einen ſanften Schlaf, und als der Geſang der Voͤgel ſie mit der Sonne erweckte, wurden Alle uͤberraſcht und erfreut, als ſie mit kräftiger, klarer Stimme Ollonh anredete und laͤchelnd fragte, ob ſie wirklich lebe oder im Pa⸗ radieſe ſei?
Stanloff gab nun einige freundliche Worte der Hoffnung, und als die langen vier und zwanzig Stunden ohne neues Oeffnen der Ader voruͤber gegan⸗ gen waren, trat man, mit vorſichtig eingerichteten An⸗ ſtalten vom Schloſſe hinreichend verſehen, den gefuͤrch⸗ teten Ruͤckweg an.
Als Maria auf ihrer Bahre in den Schloßhof getragen ward, hatten ſich alle Bewohner deſſelben in ſchmerzlicher Unruhe verſammelt, ſie zu empfangen, und die lauteſte Theilnahme, das Schluchzen der Frauen und Kinder, zeigte hinreichend, wie geliebt das Fraͤulein von Allen war. Die Herzogin, die kurz vorher zu Wagen eingetroffen war, ſtand mitten unter ihnen, ſie war ſelbſt ſo mit dem Ereigniſſe beſchäͤftigt, ſchien ſo beſorgt und geaͤngſtigt uͤber den Erfolg der Bewegung, die der Kran⸗ ken, trotz des ſorgſamſten Tragens, nicht zu erſparen war, daß ſie alles Andere um ſich unbeachtet ließ.
Maria, mit offenen Augen, aber todtenbleichem Angeſicht, lächelte hold wie ein verklaͤrter Engel zu
——
nw
———


