Do beiden Lords, Ormond und Richmond, hatten zwar die Gewißheit, Lady Melville werde mit ihrem Willen von Membrocke geleitet, aber bei dem lebhaften Proteſt des Fräuleins gegen jeden Gedanken einer Ent⸗ fuͤhrung hatten ſie gleichwohl ſich uͤberzeugt, daß ſie deſſenohngeachtet das Opfer einer Täuſchung ward, wofern nicht ihrem ganzen Handeln ein Geheimniß anderer Art zum Grunde lag, das ſie ihnen zu ver⸗ heimlichen geſucht hatte.
Den Ruͤckweg bis zum Schloſſe legten ſie unter tauſend Plänen und Vermuthungen über dies Ereigniß zuruck, wobei ſich indeß das Herz Beider ſträubte, ihr eine innigere Verbindung mit Lord Membrocke als Grund unterzulegen, wozu ihre Handlungsweiſe an und für ſich allerdings einigen Verdacht darbot.
Die Hauptfrage blieb indeß, was unter ſolchen Um⸗ ſtänden ferner für ſie zu thun ſei. Denn hätte ſie auch durch die genoſſene Gaſtfreundſchaft ſich verpflichtet hal⸗ ten konnen, Rechenſchaft von ihren Handlungen zu ge⸗ ben, ſo war ihr doch das Recht unbeſtritten, uͤber ſich


