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Muͤdigkeit erliegend, ſchien ihr nun ein gluͤcklicher Zu⸗ ſtand, da ſie damals die Hoffnung trug, ihr lebe der Oheim und in ihm aller Schutz, alle Liebe, aller Troſt.
Nach einigen Augenblicken tiefſter Erſchuͤtterung, die der Pater Clemens, in ernſtes Sinnen verloren, nicht zu unterbrechen ſuchte, rang ſich ihr Geiſt mit neuer Anſtrengung empor, ſie zog die Häͤnde weg, und den Verkuͤndiger dieſer troſtloſen Nachrichten ſchmerz⸗ lich anblickend, rief ſie mit dem Tone der wahrſten Seelenangſt:
Vergebt mir, wenn ich, ſo grauſam betrogen, wie Ihr ſagt, und verlaſſen von Allen, die mir die Natur zum Schutze beſtimmte, jetzt die Qual des Mißtrauens kennen lerne und ſie auch gegen Euch, von dem ich um ſo viel lieber Gutes dächte, da ich nur Gutes von Euch erfahren, nicht ganz zu bemeiſtern vermag.
Beweiſet mir, edler Sir, was Ihr ſagtet, denkt mit Nachſicht, daß, wenn ich annehmen duͤrfte, Ihr allein betroͤgt mich jetzt, dadurch mein Leben minder hoffnungslos wuͤrde und eine Ausſicht mir bliebe, den Schutz zu erreichen, nach dem ich mich ſehne. Denkt, ſetzte ſie mit hevorbrechenden Thraͤnen hinzu, daß, wenn Lord Membrocke mich betrogen hat und mein Oheim nichts von mir weiß, mir faſt jede Hoffnung ſchwindet, ihn aufzufinden.


