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Alles wirklich geſehn oder auf's Neue von den Bildern ihrer Phantaſie uͤberwältigt worden ſei. Als ſie envlich gewiß war, ſich nicht getaͤuſcht zu haben, ſtroͤmte da⸗ mit zugleich eine Fuͤlle von Beziehungen auf ihr eige⸗ nes Schickſal uͤber ſie ein, und ahnend ſtieg in ihr der Gedanke auf, daß hier in einem ſcheinbar heimlich er⸗ haltenen Nonnenkloſter ihr Oheim unmoͤglich Schutz und Huͤlfe geſucht haben koͤnne. Dieſe Folgerungen wurden ploͤtzlich durch ein ungeſtuͤmes Klopfen und Hämmern an der verſchloſſenen Eingangsthuͤr unterbro⸗ chen, dem gleich darauf ein aͤngſtliches Rufen folgte:
O oͤffnet, oͤffnet die Thuͤr, habt Erbarmen und kommt hervor, wenn Ihr noch hier ſeid! Ein kleiner Wirbel von klopfenden Fingern und das zarte weiner⸗ liche Stimmchen uͤberzeugten Maria bald, daß es Mar⸗ garith ſei, welche ſich einzudraͤngen bemuͤhte, und da ſie ſelbſt nichts lebhafter wuͤnſchte, als dieſen Zufluchtsort fremder Geheimniſſe zu verlaſſen, ſo eilte ſie hervor und ſchob mit leichter Muͤhe den Riegel zuruͤck.
Margarith ſtuͤrzte nun todtenblaß herein, und ver⸗ wildert die Blicke umherwerfend rief ſie: O, theure Lady, haben ſie Euch geſehen? O ſagt es mir; ich bin verloren, wenn ſie Euch ſahen!
Sei ruhig, Kind, ich ward, ſehr gegen meinen Willen, von Niemand geſehen, aber bringe mich hier


