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beſtellte Arbeit entzogen habe und allerlei nachtheilige Reden darüber in Umlauf geſetzt, ſo daß beinahe das Geſchäft zu Grunde gegangen, wenn nicht der Schul⸗ theiß, wahrſcheinlich auf Veranlaſſung ſeiner Tochter, daſelbſt größere Beſtellungen gemacht und ſomit das Zeugniß abgelegt habe, daß auch nach dem Tode des Meiſters die Geſellen noch wacker zu arbeiten ver⸗ ſtünden. Und immer noch mehr ſtaunte er, wie ohne dies Beiſpiel und ohne die Verwendung eines Maler⸗ lehrlings von Meiſter Dürer bei dieſem und deſſen mächtigeren Freund Pirkheimer die Werkſtatt geſchloſ⸗ ſen und alle Arbeiter entlaſſen werden ſollen, gleich als ob gar kein Erbe da ſei ſie in Kurzem zu über⸗ nehmen. Als aber vollends Jerta Alles ſchilderte, was ſie durch Löffelholz gelitten und wie Georg Glockendon ihr einziger Beiſtand geweſen, da rief Philipp entrüſtet: „Und wo blieben die Fäuſte und Fäuſtel der Platt⸗ ner? Du hätteſt nicht nöthig haben ſollen dich vor einem ſolchen Schuft zu verſtecken! kurz und klein, blau und braun hätten ſie ihn prügeln müſſen, wäre ich da geweſen! und mir ſcheint, dazu iſt noch alle Tage Zeit— ob Rathsherr oder nicht— wenn eben der Rath nicht hilft gegen eine ſolche Kreatur, dann muß ſich un⸗ ſereins ſelber helfen und ihm zeigen, was es zu bedeuten hat gegen ehrliche Handwerker alſo zu verfahren!“
1861. XR. Die Schultheißentöchter von Nürnberg. UI. 11


