Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

159

und ſtieß nach ſeiner Gewohnheit die Thür mit dem Fuße auf.

Anna und Wolfſtein ſanken zu ſeinen Füßen.

„Wolfſtein!“ rief er drohend,„ſo mißbraucht Ihr mein Hausrecht!“

„Ein Verurtheilter, der ſich freiwillig ſtellt,“ ſagte Wilhelm,„ein Sohn, der gekommen, um jede Schuld zu ſühnen, die ſein Vater auf ſich geladen, der Euch und dem Rathe von Rürnberg jede Sühne bietet, die er verlangen mag, aber nur um dieſen Preis!“

Er ergriff Anna's Hand, die, tief erſchüttert, kein Wort zu ſprechen wagte.

Amanda und Iſolde legten ihre Hände auf die Arme des Schultheißen und flehten für das Paar.

„Ihr auch?“ ſagte er zu Amanda,„Ihr hießet ja ſeine Braut?“ „Ich auch,“ antwortete ſie.„Wir erklären Euch

Alles— aber zürnt nur nicht.“

„O, über die Weiber!“ rief der Schultheiß mit dem Fuße ſtampfend, und ſagte doch milder:„Ein Richter verurtheilt weder, noch begnadigt er ungehört — wir werden vorerſt ein ernſtes Worte zuſammen ſprechen, Junker von Wolfſtein— jetzt ſeid Ihr mein