Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

deuten ſollte— er ermannte ſich und ſagte entſchloſ⸗ ſen:„Es iſt Gerhaus Storch.“

„Arme Gerhaus!“ ſeufzte Dürer, von ſchönem Mitleid erfüllt, das ihm ſogar die Augen feuchtete— „aber was können nun wir für ſie thun, was rathen und helfen?“

„Ihr hättet das Herrn Martin Löffelholz früher melden ſollen, denn uns,“ ſagte Pirkheimer, beinahe etwas ärgerlich geſtimmt.

„Spottet nicht!“ rief Georg, der hat ſie eben ver⸗ ſtoßen, und da hat ſie ſich ein naſſes Aſyl geſucht— da ich ſie ihm wider ihren Willen entriß, bin ich ver⸗ pflichtet ihr ein anderes zuzuweiſen.“

„Wiſſen das noch Andere außer Euch,“ ſagte Pirkheimer,„ſo dürft Ihr ſie der gerichtlichen Strafe nicht entziehen, die auf dem Verſuch zum Selbſtmord ſteht— dann gehört ſie in's Loch.“

Georg ſah Pirkheimer mit großen Augen an, und ſagte dann mit einer Stimme, die vor verhaltener Entrüſtung leiſe zitterte:„Herr kaiſerlicher Rath— man rühmt überall Euere Humanität und Güte— deſſen hätt' ich mich zu Euch nicht verſehen, daß Ihr ein verzweifeltes Mädchen, das ſchon unglücklich genug iſt, noch einem hochrathpeinlichen Gericht überant⸗

——,—